Lohnt sich Dropshipping?

Dropshipping ist seit ca. einem Jahr, ein großes Thema bei vielen etablierten Unternehmern und jungen Gründern. Es bringt allerdings viele Probleme mit sich, wo man sich die Frage stellen muss: Lohnt Dropshipping sich überhaupt noch im Jahre 2020? Meine Meinung zum Thema erfahren Sie in diesem Beitrag.


Was ist Dropshipping?

Dropshipping bedeutet, das Sie sich einen Vertriebskanal für „Ihre“ Produkte aussuchen (Shopify, Ebay, Amazon & co.) und diese dort einstellen. Das besondere hierbei im Gegensatz zu einem regulären Onlineversandhandel ist, dass Sie die Produkte nicht vor Ort haben bzw. überhaupt besitzen. Sie bestellen das Produkt günstiger bei einem anderen Anbieter, wenn Ihr Kunde es bei Ihnen bestellt hat. Dieser Anbieter liefert dann das Produkt direkt an Ihren Kunden. Sie dienen also nur als Brücke zwischen dem Kunden und Verkäufer und behalten quasi nur eine Transfergebühr.

Dropshipping

Vorteile von Dropshipping

Dropshipping bringt viele Vorteile, die man mit dem führen eines Onlineversandhandels nicht hat. Sie können viele Produkte anbieten und ein weites Spektrum bedienen, ohne selbst ein Lager mit Angestellten zu betreuen. Insbesondere benötigen Sie auch kein bis wenig Startkapital, um mit dem Verkaufen zu beginnen. Die Grundgebühren zum Starten eines Onlineshops z.B via. Shopify sind meist gar nicht vorhanden oder liegen unter 40€.

Nachteile von Dropshipping

Lagerbestände

Da nicht Sie die Produkte bei sich lagern, sondern nur die Produkte von anderen Anbietern teurer anbieten, sind Sie auch auf deren Lagerbestand angewiesen. Sie müssen dauerhaft kontrollieren ob ein Produkt ausverkauft ist und ggf. per Kundenhotlines Fragen wie viel Bestand die verschiedensten Produkte noch haben. Dies bringt ein organisatorisches Problem mit sich: Überbestellungen und Fehler bei dem Bestand in Ihrem Shop sind fast unvermeidbar und kommen sehr häufig vor.

Beispiel: Tim bestellt in Ihrem Dropshipping-Onlineshop 12 Badeentchen und bezahlt diese direkt per PayPal. Sie bekommen den Auftrag und wollen daraufhin bei den vorher ausgesuchten Anbieter „Badeentchen4sale.de“ die 12 Badeentchen erwerben, um Sie dann direkt an Tim zu schicken. Badeentchen4sale gibt Ihnen allerdings nun die Rückmeldung, das sie dieses Produkt seit 2 Wochen nicht mehr führen. Nun sitzen Sie da und müssen den Kunden kontaktieren und das Geld zurückzahlen.

Unverschuldete Fehler & Retouren

Sie betreiben den Onlineshop auf Ihren Namen, doof wenn alle Fehler in Ihren Namen passieren und Sie nichts dagegen unternehmen können. So ist es aber leider beim Dropshipping. Die Produkte befinden sich nicht bei Ihnen im Lager und Sie können sich auch nicht für einen Versanddienstleister und eine Versandart entscheiden. Fehler die passieren kommen von dem Händler, bei dem Sie für Ihre Kunden die Bestellung tätigen. Der Kunde wird allerdings immer denken, dass Sie die Schuld dafür tragen und wird nicht wieder bei Ihnen bestellen und Sie für alles rechtlich in die Verantwortung ziehen. Die Retouren gehen zurück an Sie und Sie müssen versuchen das Geld in Ihren Namen zurückzubekommen und nicht in dem des Kunden. Wenn Sie Pech haben, bleiben sie auf Retouren sitzen. Aber selbst wenn Sie es nicht tun, ist der aufwand bei anfallenden Retouren wahnsinnig.

Beispiel: Tim bestellt eine Fotokamera in Ihrem Dropshipping-Onlineshop, Sie kaufen daraufhin die Kamera günstig aus Fernost und lassen diese direkt an den Kunden liefern. (Rechnungsadresse ist Ihre und die Lieferadresse ist somit die von Tim). Die Kamera kommt 2 Wochen später kaputt bei Tim an. Tim beschwert sich bei Ihnen und verlangt das Geld zurück. Nun sind Sie in einer doofen Position. Einerseits wollen Sie das Geld nicht an Tim zahlen, da Sie nicht schuld an der kaputten Ware sind. Andererseits sind Sie der Verkäufer und stehen in der Pflicht. Sie Zahlen das Geld also an Tim zurück und setzten sich mit dem Händler aus Fernost in Verbindung damit Sie Ihr Geld wiedersehen. Der Händler behauptet, das der Versanddienstleister das Produkt beschädigt haben muss und er somit nicht in der Schuld steht. Nun müssen Sie sich mit dem Versanddienstleister und dem Kunden in Verbindung setzen, woran es gelegen haben könnte. Diese ganze Organisation, um Ihr Geld vielleicht wiederzusehen nimmt mehrere Wochen in Anspruch. Ist Ihnen dieser Aufwand ggf. öfter in der Woche mit verschiedenen Kunden und Händlern gleichzeitig wert?

Versandzeiten & Kosten

Um Produkte zu einem Preis zu verkaufen, der sich auch für Sie lohnt, müssen Sie günstige Produkte teurer verkaufen. Dies ist einfacher gesagt als getan. Passende Produkte für dieses Vorhaben kommen selten von deutschen Händlern, sondern eher von Anbietern aus Fernost wie z.B Aliexpress. Die Produkte die Sie von dort beziehen, haben somit auch eine längere Lieferzeit, da diese erst mal mit dem Schiff oder dem Flugzeug nach Deutschland gebracht werden müssen. Eine genaue Ankunftszeit der Ware beim Kunden lässt sich somit nicht bestimmen, da Zollkontrollen oder Behinderungen im Versandablauf der verschiedenen Versanddienstleister unberechenbar sind. Um Retouren oder Stornierungen zu vermeiden, müssen Sie somit genau kommunizieren, das die Versandzeit zwischen 3 und 6 Wochen variieren kann. Hier stellt sich die nächste Frage:
Bestellen Kunden in Zeiten von z.B Amazon Prime oder sogar Amazon-Now noch Produkte die eine Lieferzeit von bis zu 6 Wochen haben können? Die Antwort lautet Jein! Gerade Produkte im günstigen Segment (Unter 40€) werden selten von Kunden gekauft wenn sie eine solange Lieferzeit haben, Kunden bezahlen lieber 5-10 Euro mehr wenn das Produkt dann auch in 2-3 Tagen da ist. Anders verhält es sich bei Produkten teurerer Natur z.B Computer-Zubehör, Fernseher, Möbel, etc… Höhere Preise wecken meist auch höhere Akzeptanz für längere Lieferzeiten beim Kunden. Nun könnte man natürlich als junger Gründer eines Dropshipping Unternehmens denken: Alles klar! Dann nur teure Produkte! Aber je teurere das Produkt desto, größer die Gefahr und Verantwortung. Denn wie wir gelernt haben: Auf Retouren und kosten, bleibt man gerne und oft sitzen.

Verschiedene Lieferanten

Um ein weites Produktspektrum abzudecken, müssen Sie auf verschiedene Händler zurückgreifen. Hier stoßen wir auch schon auf das nächste Problem. Jeder Händler von denen Sie Ihre Produkte beziehen, haben eigene Versandkosten und Lieferzeiten. Diese müssen Sie dann bei jedem Produkt einzeln neu angeben und berechnen, das macht es bei einem großen Sortiment wahnsinnig zeitaufwendig und mühsam.

Fast-zit Dropshipping in 2019

Vorteile

✔ Kein Startkapital nötig

✔ Kein Lager

✔ Produktkauf erst auf Nachfrage

✔ Schnelle Einrichtung des Vertriebskanales

Nachteile

✘ Schlechte Bestandsverwaltung

✘ Schnell auf Geld sitzen bleiben

✘ Lange Lieferzeiten

✘ Komplizierte Errechnung von Versandkosten

✘ Unverschuldete Fehler führen zu Ihnen

Dropshipping ist meiner Meinung nach nicht mal annähernd so lukrativ und einfach, wie es beworben wird. Der Markt ist voll, erschöpft und es braucht lange, bis man seinen ersten lohnenswerten Verkauf erzielt. Potenzielle Käufer wollen einfach für günstige Produkte nicht länger als einen Monat warten. Dies kann ich auch an mir selbst beobachten und vollkommen nachvollziehen.

Des Weiteren sollte man auch nicht den moralischen Aspekt vergessen:
Wollen Sie wirklich Produkte anbieten und verkaufen, bei denen Sie sich nicht von der einwandfreien Qualität und des guten Zustandes im Voraus überzeugen konnten?


Fabian Siems Mediengestalter Content-Manager Seo-Consultant
Autor:
Fabian Siems am 14.09.2019

Fabian Siems ist freiberuflicher Mediengestalter, Content-Manager und Seo-Consultant. Er beschäftigt sich beruflich sowie privat, täglich mit dem Thema E-Commerce, im speziellen Amazon. Als Gründer von „Siefa-Solutions“ betreut er bereits seit über zwei Jahren Unternehmen auf ihren Weg der Produktvermarktung auf den verschiedensten Vertriebskanälen.

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